Kurs und Gewinn müssen zusammenpassen
Das KGV teilt den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie. Alternativ kann die Marktkapitalisierung durch den den Aktionären zurechenbaren Gewinn geteilt werden. Vergangenes, aktuelles und erwartetes KGV dürfen nicht vermischt werden.
Der Gewinn braucht eine Gegenprobe
Sondereffekte, Zyklusspitzen, Steuern, Aktienrückkäufe und Verwässerung können den Gewinn je Aktie stark verändern. Ein Mehrjahresdurchschnitt oder eine nachvollziehbare Normalisierung ist oft ehrlicher als ein einzelnes Rekordjahr.
Der Multiplikator trägt Erwartungen
Ein höheres KGV kann Wachstum, Stabilität oder hohe Kapitalrenditen spiegeln. Ein niedriges KGV kann Zyklik, schrumpfende Gewinne, Bilanzrisiken oder fehlendes Vertrauen anzeigen. Erst Vergleich und Zukunftsannahmen geben der Zahl Bedeutung.
Die entscheidende Lernfrage
Welchen Preis zahle ich je Euro Gewinn – und ist dieser Gewinn eine belastbare Vergleichsbasis?
60 Euro Kurs geteilt durch 4 Euro Gewinn
Eine Aktie kostet 60 Euro und der nachvollziehbare Gewinn je Aktie beträgt 4 Euro.
Ein niedriges KGV bedeutet nicht automatisch günstig. Wenn der Gewinn vor einem Rückgang steht oder hohe Risiken enthält, kann der niedrige Wert eine berechtigte Warnung sein.
ANNARechne zuerst klar vor, welcher Kurs durch welchen Gewinn geteilt wird.
AXELPrüfe Gewinnqualität, Aktienzahl, Zyklus und erwartetes Wachstum, bevor du zwei KGVs vergleichst.
Vier-Punkte-Prüfung
Bevor du weitergehst.
- 01Kursstichtag und Gewinnzeitraum festhalten
- 02Ausgewiesenen und normalisierten Gewinn überleiten
- 03Verwässerte Aktienzahl verwenden
- 04Historie, Peers, Wachstum und Risiken gemeinsam prüfen
Offizielle Grundlagen
Zum Gegenprüfen.
ANNA & AXELS MERKSATZDas KGV sagt, welchen Preis der Markt für einen Euro Gewinn verlangt – nicht, ob dieser Gewinn dauerhaft ist.
Wissenscheck